Zypern knackt im Juli erstmals die 2.000er-Marke bei Immobilienverkäufen
Der zypriotische Immobilienmarkt hat im Juli einen neuen Meilenstein erreicht. Erstmals seit Jahresbeginn wurden in einem einzigen Monat mehr als 2.000 Kaufverträge bei den Grundbuchämtern eingereicht, ein Zeichen dafür, wie robust die Nachfrage nach Wohnraum auf der Insel bleibt.
Nach aktuellen Zahlen des Landregisteramts wurden im Juli genau 2.040 Kaufverträge registriert, ein Plus von 11 Prozent gegenüber den 1.832 Verträgen im Juli des Vorjahres. Damit war der Juli der stärkste Monat des bisherigen Jahres und übertraf sogar den Juni, in dem 1.964 Verträge gezählt wurden. Für Makler und Bauträger auf der Insel ist das ein deutliches Signal, dass die Sommermonate den Markt in diesem Jahr keineswegs abkühlen lassen.
In der Summe von Januar bis Juli kommen die Behörden auf 12.047 Kaufverträge, verglichen mit 10.561 im gleichen Zeitraum 2025. Das entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent oder 1.486 zusätzlichen Transaktionen innerhalb von sieben Monaten.
Limassol und Paphos ziehen den Markt
Wer die Zahlen genauer betrachtet, erkennt schnell, wo die eigentliche Dynamik liegt. Limassol und Paphos zusammen sind für mehr als 70 Prozent des gesamten Zuwachses im laufenden Jahr verantwortlich, während andere Regionen deutlich langsamer wachsen.
Limassol bleibt mit Abstand der größte Markt der Insel. Im Juli wurden dort 695 Verträge unterschrieben, 20 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Zwar lag der Wert unter den 727 Verträgen aus dem Juni, doch jener Monat war mit einem Plus von 64 Prozent ohnehin eine Ausnahme. Über die ersten sieben Monate hinweg summiert sich Limassol auf 3.959 Verträge, ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber 3.304 im Vorjahr. Damit trug der Bezirk allein 655 der insgesamt 1.486 zusätzlichen Verträge bei.
Auch Paphos wächst kräftig. Im Juli wurden 395 Kaufverträge registriert, 15 Prozent mehr als vor einem Jahr. Über sieben Monate hinweg stieg die Zahl um 20 Prozent auf 2.387. Bemerkenswert ist der Verlauf: Nach einem leichten Rückgang im März von 4 Prozent folgten Zuwächse von 41 Prozent im April, 24 Prozent im Mai, 28 Prozent im Juni und 15 Prozent im Juli.
Larnaca stabil, Nicosia stagniert
Larnaca zeigt sich als verlässlicher Markt ohne große Ausschläge. Mit 436 Verträgen im Juli, einem Plus von 10 Prozent, lag der Bezirk in jedem einzelnen Monat des Jahres über dem Vorjahresniveau. Der Sieben-Monats-Wert stieg um 11 Prozent auf 2.599 Verträge.
Ganz anders sieht es in Nicosia aus. Dort blieb die Zahl der Verträge im Juli mit 423 nahezu unverändert gegenüber den 422 aus dem Vorjahresmonat. Über sieben Monate wuchs die Hauptstadtregion nur um 5 Prozent auf 2.564 Verträge, mit erheblichen Schwankungen zwischen einem Plus von 30 Prozent im März und einem Minus von 12 Prozent im Mai.
Famagusta wiederum bietet ein gemischtes Bild. Nach einem starken Jahresstart mit einem Plus von 59 Prozent im März folgten zuletzt drei schwächere Monate mit Rückgängen von 8 Prozent im Mai, 1 Prozent im Juni und 3 Prozent im Juli. Der Sieben-Monats-Wert bleibt trotzdem 10 Prozent über dem Vorjahr, bei 538 Verträgen.
Preise ziehen parallel an
Parallel zu den Verkaufszahlen meldet die Zentralbank von Zypern einen Anstieg der Wohnimmobilienpreise um 7,5 Prozent im Jahresvergleich im ersten Quartal. Als Treiber gelten die anhaltend hohe Nachfrage sowie steigende Arbeits- und Baukosten. Besonders auffällig: Die Käufe ausländischer Investoren legten in den ersten vier Monaten um 21,1 Prozent zu, deutlich stärker als der Zuwachs bei einheimischen Käufern von 9,3 Prozent.
Die Zahlen fügen sich in ein Bild, das sich in den vergangenen Monaten immer deutlicher abzeichnet. Zypern wächst nicht als Ganzes gleichmäßig, sondern in zwei Geschwindigkeiten. Limassol und Paphos expandieren rund viermal so schnell wie Nicosia, während Larnaca einen soliden Mittelweg fährt. Für Investoren bestätigt das eine Entwicklung, die schon in den vorherigen Halbjahreszahlen sichtbar wurde, als die Insel mit über 10.000 Verkäufen und 2,23 Milliarden Euro Umsatz das stärkste erste Halbjahr ihrer Geschichte verzeichnete.
Wer aktuell auf der Insel kauft, tut dies in einem Markt mit spürbarem Momentum, aber auch mit deutlich unterschiedlichen Chancen je nach Region. Während Limassol längst als etablierter, hochpreisiger Markt gilt, bietet Paphos mit seinem starken Wachstum bei gleichzeitig moderateren Einstiegspreisen für viele Käufer weiterhin ein attraktiveres Rendite-Verhältnis.
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