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Zypern: Ansturm auf Mortgage-to-Rent-Programm treibt Anträge über 4.200

Mehr als 4.200 Anträge beim zyprischen Mortgage-to-Rent-Programm, die Frist wurde bis 30. September verlängert.
Wohnhaeuser auf Zypern, Symbolbild fuer das Mortgage-to-Rent-Programm
Foto: Cyprus Mail (Symbolbild)

Kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist ist der Andrang auf Zyperns Mortgage-to-Rent-Programm noch einmal deutlich gestiegen. Die staatliche Abwicklungsgesellschaft Kedipes hat inzwischen mehr als 4.200 Anträge erhalten, seit das Programm im Dezember 2023 gestartet ist. Wegen der hohen Nachfrage hat das Finanzministerium die Frist nun bis zum 30. September verlängert und Eigentümern in finanzieller Notlage damit zwei zusätzliche Monate verschafft.

Ansturm kurz vor Fristende

Laut Kedipes-Sprecherin Chara Papakyriacou gingen bis Mittwoch genau 4.269 Anträge ein. Allein in den letzten fünf Tagen vor dem ursprünglichen Stichtag am 31. Juli kamen mehr als 300 Anträge hinzu, ein deutliches Zeichen dafür, wie viele Haushalte bis zuletzt gezögert hatten. Insgesamt wurden im aktuellen Bewerbungsfenster, das im Mai geöffnet hatte, 929 Anträge eingereicht. Die neue Frist bis Ende September soll überschuldeten Eigentümern, denen der Verlust ihrer Hauptwohnung droht, eine weitere Gelegenheit geben, sich für das Programm zu bewerben.

Das Mortgage-to-Rent-Programm richtet sich an Kreditnehmer, die ihre Hypothek nicht mehr bedienen können, aber weiterhin in ihrem Zuhause wohnen bleiben wollen. Das Eigentum an der Immobilie geht dabei an Kedipes über, während die bisherigen Eigentümer als Mieter im Haus bleiben dürfen. Die Vereinbarung läuft über 14 Jahre, bei Begünstigten über 65 Jahren sogar lebenslang. Wer die Immobilie zurückkaufen möchte, kann das frühestens nach fünf Jahren und vor Ablauf der 14-Jahres-Frist tun. Wird diese Option nicht genutzt, bleibt Kedipes dauerhaft Eigentümer der Immobilie.

Bearbeitung dauert deutlich länger als die Antragstellung

Die Zahlen zeigen aber auch, wie langsam die Bearbeitung im Verhältnis zur Antragsflut verläuft. Bislang wurden 1.211 Anträge genehmigt, 846 Haushalte sind formal in das Programm aufgenommen worden. Damit hat gerade einmal jeder fünfte Antragsteller den gesamten Prozess durchlaufen. Weitere 365 bereits genehmigte Fälle warten noch auf die letzten Schritte, bevor die Übernahme durch Kedipes abgeschlossen ist.

Papakyriacou begründete die langen Wartezeiten mit dem Prüfaufwand: Jeder Fall erfordert eine eigene Immobilienbewertung, eine Prüfung der Anspruchsberechtigung sowie Verfahren beim Grundbuchamt. Diese Schritte lassen sich kaum beschleunigen, weil an jeder Immobilie individuell geprüft werden muss, ob die Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind. Zwischen 30 und 35 Prozent aller Anträge werden zudem abgelehnt, weil sie die Kriterien des Programms nicht erfüllen. Für die bereits aufgenommenen 846 Haushalte wurde der besicherte notleidende Kredit vollständig gestrichen, die Bewohner konnten in ihren Häusern bleiben, ohne einen neuen Mietvertrag auf dem freien Markt suchen zu müssen.

Enge finanzielle Grenzen, hohe Kosten für den Staat

Der Zugang zum Programm ist an eine Wertgrenze gebunden. Der Marktwert der Hauptwohnung darf 250.000 Euro nicht übersteigen. Für Kreditnehmer, die bereits im Rahmen der Estia- oder Oikia-Entlastungsprogramme als förderfähig, aber wirtschaftlich nicht tragfähig eingestuft wurden, gilt eine höhere Grenze von 300.000 Euro. Diese Differenzierung soll verhindern, dass Haushalte, die schon einmal durch ein anderes Entlastungsprogramm gefallen sind, am Ende ganz ohne Hilfe dastehen.

Finanziell ist das Programm für den Staat kein günstiges Unterfangen. Nach Angaben von Kedipes hat allein die Übernahme der ersten 800 Immobilien bereits 97 Millionen Euro gekostet, zusätzlich hält die Gesellschaft eine Kassenreserve von 60 Millionen Euro zur Finanzierung des Programms bereit. Seit der letzten Aktualisierung im Juli sind weitere 46 Immobilien formal aufgenommen worden, die Gesamtkosten dürften also in den kommenden Monaten weiter steigen.

Für den zyprischen Immobilienmarkt bleibt die Entwicklung relevant, auch wenn sie sich zunächst nur auf einen kleinen, besonders belasteten Teil der Eigentümer bezieht. Ein Großteil der betroffenen Immobilien dürfte langfristig im Bestand von Kedipes verbleiben, statt zeitnah wieder auf den freien Markt zu kommen. Das dämpft zwar kurzfristig das Angebot an günstigem Wohnraum, verhindert aber gleichzeitig, dass Tausende Haushalte plötzlich ohne Dach über dem Kopf dastehen. Antragsformulare sind weiterhin online sowie über die Bezirksbüros von Kedipes erhältlich. Wer bislang gezögert hat, hat nun bis zum 30. September Zeit, sich um die Teilnahme am Programm zu bewerben.

Vergleichbare Programme gibt es auch in anderen europäischen Ländern, doch die zyprische Variante gilt wegen der langen Mietdauer und der Rückkaufoption als vergleichsweise eigentümerfreundlich. Kritiker weisen dennoch darauf hin, dass die Bearbeitungszeiten für Betroffene, die kurz vor der Zwangsversteigerung stehen, oft zu lang sind. Die Regierung verweist im Gegenzug auf die Komplexität der Einzelfallprüfung und die begrenzten personellen Ressourcen bei Kedipes.

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