Limassols Hafenviertel im Umbruch: Das Uferpromenaden-Projekt an der Aktaia Road
Wer heute an der Aktaia Road entlangfährt, sieht noch immer Reste einer anderen Zeit: verlassene Lagerhallen, ein traditionsreiches Werftgelände, halb vergessene Industriebauten direkt am Hafen. Doch was jahrzehntelang das am wenigsten besuchte Stück Küste in Limassol war, steht vor einer grundlegenden Verwandlung. Die Stadt will die Aktaia Road zu einem öffentlichen Uferpark umgestalten, und private Investoren warten nicht auf den Startschuss.
Das Projekt ist Teil eines breiteren Vorhabens, mit dem Bürgermeister Yiannis Armeftis den Hafen von Limassol mit der Innenstadt verbinden will. Bislang lagen diese beiden Teile der Stadt trotz räumlicher Nähe unverbunden nebeneinander. Eine durchgehende Uferpromenade mit Fuß- und Radwegen, möglichen Tramverbindungen und Grünflächen soll das ändern.
Erste Maßnahmen bereits umgesetzt
Gewartet wird nicht auf die endgültige Planung. Die Gemeinde hat den Strand gesäubert, marode Gebäude abgerissen, über 500 Bäume gepflanzt und einen ersten Kilometer des Weges mit Solarbeleuchtung und einer neuen Brücke fertiggestellt. Rund 3.000 Tonnen Schutt aus jahrelanger illegaler Ablagerung wurden beseitigt. Der nächste Abschnitt, 400 Meter bis zum Passagierterminal des Hafens, ist in Vorbereitung.
Armeftis betonte, die Gemeinde wolle Teile des Projekts freigeben, sobald sie fertig sind: „Wir wollen, dass die Menschen diesen Raum nutzen, bevor alles abgeschlossen ist. Das zeigt uns auch, wie die Flächen in der Praxis funktionieren."
Internationaler Architekturwettbewerb ab 2027
Der nächste größere Meilenstein ist ein internationaler Wettbewerb, der 2027 ausgeschrieben werden soll. Die Universität Zypern und die Frederick University erarbeiten bereits das Raumprogramm für den Masterplan. Parallel laufen Gespräche mit Hafenbetreibern wie DP World und Eurogate sowie staatlichen Planungsbehörden.
Eine der schwierigsten Fragen bleibt das traditionsreiche Werftgelände, auf Griechisch Karnagio. Die Betriebe dort sollen nicht geschlossen, sondern an einen moderneren Standort verlagert werden. Ein geeignetes Küstengelände dafür zu finden, ist Sache des Zentralstaates. Bis das geklärt ist, bleibt das Gelände ein Kompromiss zwischen industrieller Geschichte und städtischer Aufwertung.
Private Investitionen laufen bereits
Den Worten der Stadt folgen Taten privater Investoren. Frühere Industriegebäude werden in Kulturräume, Eventlocations und gemischte Gewerbeobjekte umgewandelt. Was lange unattraktiv erschien, gilt zunehmend als Premiumlage mit direktem Wasserbezug.
Besonders bemerkenswert: Die geltenden Planungsvorschriften erlauben in diesem Bereich Gebäude bis zu 30 Stockwerke und 120 Meter Höhe. Das erste Hochhaus, das diese Marke übersteigt, ist bereits im Bau. Weitere Projekte werden erwartet, wenn die öffentliche Infrastruktur steht.
Westlich des Hafens: Noch günstig, aber nicht mehr lange
Der zyprische Immobilienmarkt zeigt 2026 starkes Wachstum. Limassol steht seit Jahren im Zentrum dieser Entwicklung, mit steigenden Preisen in etablierten Lagen wie Germasogeia, dem Touristenviertel und dem Marina-Bereich. Das westliche Hafenviertel folgt jetzt einem bekannten Muster: Infrastrukturprojekte werten Randlagen auf, bevor die Preise in den Kernbereichen nicht mehr erschwinglich sind.
Wohnungen in Limassol kaufen im Bereich westlich des Hafens bedeutet heute noch, in einem Viertel einzusteigen, das von einem fertigen Masterplan noch nicht profitiert. Dieser Masterplan kommt 2027. Bis dahin wächst das Interesse, und mit ihm der Druck auf die Preise.
Wer die Region aktuell genauer betrachtet, findet Objekte mit direktem Wasserbezug, die noch nicht auf dem gleichen Preisniveau liegen wie etablierte Küstenlagen östlich des Zentrums. Sobald der erste öffentliche Uferpark fertig ist, dürfte sich das zügig ändern. Für renditeorientierte Käufer und Langzeitinvestoren ist das Timing möglicherweise günstig.
Quelle: Cyprus Property News
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