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Zyperns Neubaumarkt: 1,15 Milliarden Euro Umsatz im ersten Halbjahr 2026

Zyperns Neubaumarkt: 1,15 Milliarden Euro Umsatz im ersten Halbjahr 2026

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Zypern 3.594 neue Wohnungen und Häuser im Bauträgervertrieb verkauft, mit einem Gesamtwert von 1,149 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Auswertung von Landbank Analytics hervor. Rechnerisch ergibt das einen Durchschnittspreis von 319.618 Euro pro Objekt, doch dieser Mittelwert verdeckt, wie unterschiedlich sich der Markt von Bezirk zu Bezirk entwickelt.

Die Zahlen bestätigen einen Trend, der sich schon seit einigen Quartalen abzeichnet: Der Neubaumarkt wächst zwar insgesamt, aber mit sehr unterschiedlichem Tempo je nach Region und Preissegment. Wer auf Zypern investieren will, kommt an dieser regionalen Aufschlüsselung kaum vorbei.

Wohnungen bleiben das dominierende Produkt

Von den 3.594 Verkäufen entfielen 2.977 auf Wohnungen, das entspricht 82,8 Prozent aller Transaktionen und einem Umsatz von 810,6 Millionen Euro. Häuser kamen auf 617 Verkäufe im Wert von 338,1 Millionen Euro. Sie machten damit nur 17,2 Prozent der Stückzahl aus, standen aber für 29,4 Prozent des Gesamtwerts, ein deutliches Zeichen für die höheren Durchschnittspreise im Hausbau.

Preislich bewegt sich der Großteil des Marktes im mittleren Segment. 2.982 Immobilien, also rund 83 Prozent aller Verkäufe, wechselten für weniger als 400.000 Euro den Besitzer. Am oberen Ende blieben Luxusobjekte über einer Million Euro mit 103 Transaktionen und 2,9 Prozent Marktanteil eine Randerscheinung. Das Bild eines Marktes, der vor allem von spekulativem Kapital getragen wird, lässt sich mit diesen Zahlen kaum aufrechterhalten.

Nikosia verkauft am meisten, Limassol verdient am meisten

Nikosia führte bei der Anzahl der Transaktionen mit 1.063 Verkäufen im Wert von 232,9 Millionen Euro. Besonders aktiv waren die Vororte Lakatamia, Strovolos und Latsia, klassische Wohngebiete für die lokale Nachfrage und damit ein Markt, der stärker von Einheimischen als von ausländischen Käufern geprägt wird.

Limassol lag mit 1.050 Transaktionen nur knapp dahinter, sicherte sich aber mit Abstand den höchsten Gesamtumsatz aller Bezirke: 435 Millionen Euro. Der Löwenanteil der Verkäufe konzentrierte sich auf die Stadt Limassol selbst sowie auf Agios Athanasios und Germasogeia, Gegenden, die seit Jahren von internationalen Käufern und Investoren geprägt sind. Wer in Limassol kauft, zahlt im Schnitt deutlich mehr als anderswo auf der Insel, profitiert dafür aber vom größten Angebot an hochwertigen Neubauprojekten.

Larnaca verzeichnete 883 Verkäufe im Wert von 187,6 Millionen Euro, wobei Wohnungen rund 90 Prozent der Abschlüsse ausmachten. Die Nachfrage konzentrierte sich auf Aradippou, die Stadt Larnaca und Livadia. Der Bezirk bleibt damit ein vergleichsweise günstiger Einstiegspunkt für Käufer, die eine Alternative zu Limassol suchen.

Paphos kam auf 497 Transaktionen im Wert von 258,2 Millionen Euro und stellte damit den teuersten Markt Zyperns: Der mittlere Preis für eine neue Immobilie lag hier bei 360.000 Euro. Noch deutlicher zeigt sich das bei Häusern, deren Medianpreis in Paphos auf 570.000 Euro kletterte, ein Beleg für die starke Position des Bezirks im gehobenen Wohnsegment, insbesondere bei freistehenden Villen mit Meerblick.

Famagusta bildete mit 101 Verkäufen und 35 Millionen Euro Umsatz das Schlusslicht unter den Bezirken. Die meiste Aktivität registrierte Landbank Analytics in Paralimni, wo vor allem Feriendomizile und Zweitwohnsitze gefragt sind.

Ein Markt mit mehreren Geschwindigkeiten

Andreas Christoforides, Geschäftsführer der Landbank Group, beschreibt den zyprischen Neubaumarkt als ein Gebilde mit klar unterschiedlichen regionalen Mustern. In Nikosia und Larnaca werde das Geschehen vor allem von erschwinglichen bis mittelpreisigen Wohnungen getragen. Limassol behaupte seine Rolle als wertmäßiger Spitzenreiter, während Paphos durch hochwertige Häuser auffalle.

Bemerkenswert findet Christoforides vor allem, dass 83 Prozent aller Transaktionen unter 400.000 Euro lagen. Das spreche dafür, dass der Markt nicht allein von Kapitalanlegern getrieben werde, sondern auf einer breiten Basis echter Wohnraumnachfrage stehe, ergänzt durch Investoren, die gezielt in bestimmten Lagen zukaufen.

Für ausländische Käufer, gerade aus Deutschland und anderen EU-Ländern, bestätigen die Zahlen ein bekanntes Muster. Paphos bleibt die erste Adresse für höherwertige Villen, Limassol punktet mit internationalem Flair und hohen Wiederverkaufswerten, während Larnaca und Nikosia mit niedrigeren Einstiegspreisen locken. Wer eine Rendite-Immobilie sucht, sollte diese regionalen Unterschiede genau im Blick behalten, denn sie beeinflussen sowohl den Kaufpreis als auch die erzielbare Mietrendite spürbar. Angesichts der breiten Streuung der Preise lohnt sich vor jedem Kauf ein genauer Blick auf die tatsächliche Nachfrage vor Ort, nicht nur auf die Durchschnittswerte der Insel.

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