Zyperns Immobilienmarkt: Larnaca springt im August um 35 Prozent, Limassol gibt nach
Der zyprische Immobilienmarkt hat den bisher stärksten Jahresauftakt seiner Geschichte hingelegt. Zwischen Januar und August wurden 13.288 Kaufverträge beim Grundbuchamt registriert, 13,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das zeigt eine Analyse der Immobilienplattform BuySell auf Basis von Daten des Departments of Lands and Surveys.
Der August selbst brachte 1.241 Verträge und damit ein Plus von 10 Prozent gegenüber August 2025. Nach der Rekordzahl von über 2.000 Verträgen im Juli ist das ein gewohnt ruhiger Sommermonat, doch die Richtung stimmt seit Jahresbeginn: Kein einziger Monat 2026 blieb bislang hinter seinem Vorjahreswert zurück. Am stärksten wuchs der Juni mit einem Plus von 27,2 Prozent, während der Mai mit 4,8 Prozent das schwächste Ergebnis lieferte.
Larnaca überholt, Limassol verliert erstmals
Unter den Bezirken war Larnaca im August der klare Gewinner. Dort wurden 299 Verträge unterschrieben, ein Sprung von 35,3 Prozent gegenüber 221 im Vorjahresmonat und der größte monatliche Zuwachs, den 2026 bislang in irgendeinem Bezirk gemessen wurde. Paphos legte um 19,7 Prozent zu, Nikosia um 8,2 Prozent.
Limassol dagegen verzeichnete mit 395 Verträgen ein Minus von 5 Prozent und damit den ersten Rückgang des Jahres. Famagusta gab auf niedriger Basis ebenfalls nach, um 8,3 Prozent bei nur 55 Verträgen. Am Gesamtbild ändert das wenig: Limassol kommt seit Jahresbeginn auf 4.354 Verträge, fast jeden dritten landesweit, und liegt damit weiterhin 17 Prozent über dem Vorjahr. Über acht Monate gerechnet wächst Paphos mit 19,7 Prozent am schnellsten, gefolgt von Limassol mit 17 Prozent. Nikosia bildet mit 5,6 Prozent das Schlusslicht.
2,70 Milliarden Euro geflossen, Limassol dominiert bei den Werten
Während sich die Vertragszahlen auf den Kaufabschluss beziehen, misst eine zweite Statistik den tatsächlichen Eigentumsübergang, der oft erst Monate oder Jahre später erfolgt. Zwischen Januar und Juli wurden Immobilien im Wert von 2,70 Milliarden Euro übertragen, verteilt auf 12.857 Objekte und 11.522 Transaktionen. Das entspricht bereits 57 Prozent des gesamten Transfervolumens von 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Limassol allein steht für 1,084 Milliarden Euro und damit für 40 Cent von jedem Euro, der landesweit den Besitzer wechselte, bei einem Anteil von nur 33 Prozent am Vertragsvolumen. Nikosia folgt mit 567 Millionen Euro, Paphos mit 543 Millionen, Larnaca mit 375 Millionen und Famagusta mit 130 Millionen Euro. Der Juni war mit 541 Millionen Euro der wertstärkste Monat, knapp vor dem Juli mit 468 Millionen. Zahlen für August lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.
Ausländische Käufer bei 41 Prozent, in Paphos bei sieben von zehn Verträgen
Käufer ohne zyprische Staatsbürgerschaft unterschrieben zwischen Januar und Juli 4.980 Verträge, 20,3 Prozent mehr als im Vorjahr und 41,3 Prozent aller Abschlüsse, nach 39,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Juli allein brachte 829 ausländische Verträge, ein Monatsrekord. Erstmals seit Jahren wuchsen EU-Käufer schneller als Käufer von außerhalb der EU, mit einem Plus von 23 Prozent gegenüber 18,9 Prozent. Dennoch stellen Nicht-EU-Bürger weiterhin zwei Drittel der ausländischen Nachfrage, 3.293 gegenüber 1.687 Verträgen.
Regional ist die Verteilung sehr ungleich. In Paphos gingen 69,8 Prozent aller Verträge an ausländische Käufer, ein Plus von 28,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Larnaca und Famagusta liegen bei rund 46 Prozent, Limassol bei 36,5 Prozent und Nikosia bei nur 15,9 Prozent. Bei den abgeschlossenen Eigentumsübertragungen fällt der landesweite Anteil ausländischer Käufer mit 20,9 Prozent niedriger aus, erreicht in Paphos aber 41,7 Prozent und sinkt in Nikosia auf 9 Prozent.
Wohnungen ziehen stärker an als Häuser
Der Preisindex der zyprischen Zentralbank für Wohnimmobilien stieg im ersten Quartal 2026, dem jüngsten veröffentlichten Datenstand, um 7,5 Prozent im Jahresvergleich und um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Wohnungen zogen mit 10,8 Prozent binnen Jahresfrist deutlich stärker an als Häuser mit 3 Prozent, was sich mit der starken ausländischen Nachfrage nach Apartments deckt. Unter den Bezirken führte Larnaca mit 8,9 Prozent Preiswachstum, Nikosia bildete mit 2,8 Prozent das Schlusslicht.
Auch bei der Finanzierung zeichnet sich ein klarer Trend ab. Neue Wohnbaukredite erreichten im Juni 152,1 Millionen Euro, nach 145,5 Millionen im Mai und 106 Millionen im April. Der Durchschnittszins für neue Wohnkredite sank im Juni leicht auf 4,04 Prozent und liegt damit rund 0,2 Prozentpunkte unter dem Eurozonen-Median. Bemerkenswerter ist die strukturelle Verschiebung: Nur noch 10,9 Prozent aller neuen Wohnkredite laufen variabel verzinst, Anfang 2022 waren es nahezu 100 Prozent. Zyprische Kreditnehmer haben sich klar in Richtung Festzins bewegt.
Quelle: Cyprus Mail
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