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Larnaca führt Zyperns Immobilienmarkt an: Preise ziehen im Q2 2026 deutlich an

RICS-KPMG-Index: Larnaca wächst im Q2 2026 bei Wohnungen, Häusern und Gewerbeimmobilien schneller als jeder andere Bezirk Zyperns.
Larnaca, Zypern - Immobilienmarkt im zweiten Quartal 2026
Foto: Cyprus Mail

Zyperns Immobilienmarkt hat im zweiten Quartal 2026 an Fahrt gewonnen, und kein Bezirk profitierte davon mehr als Larnaca. Nach dem aktuellen Preisindex von RICS und KPMG Cyprus legten die Werte für Wohnungen, Häuser, Büros und Lagerhallen in der Küstenstadt stärker zu als überall sonst auf der Insel. Die Zahlen bestätigen einen Trend, der sich bereits seit Anfang des Jahres abzeichnet: Während Nicosia bei vielen Kategorien stagniert, ziehen die Küstenregionen im Osten und Westen der Insel spürbar an.

Der RICS-KPMG-Index gilt in Zypern als eine der wichtigsten Referenzgrößen für institutionelle Investoren und Banken, weil er anders als reine Verkaufsstatistiken auch Bewertungsdaten von Immobiliengutachtern einbezieht. Die aktuelle Ausgabe für das zweite Quartal 2026 zeichnet ein Bild von zwei Geschwindigkeiten: kräftiges Wachstum an der Küste, verhaltene Entwicklung im Landesinneren.

Wohnungen ziehen am stärksten an

Am deutlichsten war der Sprung bei Apartments. Ihr Wert stieg in Larnaca im Quartalsvergleich um 5,59 Prozent, Häuser folgten mit einem Plus von 4,48 Prozent. Büroimmobilien legten um 3,63 Prozent zu, Lagerhallen um 3,39 Prozent. Zum Vergleich: Landesweit kletterten Wohnungspreise binnen eines Jahres um 5,42 Prozent, die stärkste Kategorie überhaupt. Lagerhallen folgten mit 4,22 Prozent, Häuser mit 4,04 Prozent und Büros mit 3,69 Prozent. Nur der Einzelhandelssektor blieb mit einem Jahresplus von 0,66 Prozent deutlich zurück.

Christophoros Anayiotos, Vorstandsmitglied von KPMG Cyprus und Leiter der Immobiliensparte, bezeichnete Wohnungen als die derzeit stärkste Anlageklasse. Die Preissteigerungen bei Häusern, besonders in Larnaca und Paphos, spiegelten laut Anayiotos die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum wider.

Deutliches Gefälle zwischen den Bezirken

Der Abstand zu den übrigen Bezirken war beträchtlich. Bei Wohnungen legte Limassol im Quartal nur um 2,04 Prozent zu, Paphos um 1,94 Prozent und Famagusta um 0,79 Prozent. In Nicosia blieben die Preise unverändert. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei Häusern: Paphos verzeichnete mit 2,22 Prozent den zweitstärksten Anstieg, vor Limassol mit 1,78 Prozent und Famagusta mit 0,41 Prozent. Auch hier stagnierte Nicosia.

Bei Gewerbeimmobilien fiel das Bild gemischter aus, auch wenn Larnaca weiter vorne lag. Büropreise stiegen in Limassol um 1,50 Prozent, in Paphos um 0,71 Prozent und in Nicosia um 0,63 Prozent, während Famagusta stagnierte. Lagerhallenpreise zogen in Paphos um 2,38 Prozent an, in Limassol um 1,44 Prozent und in Nicosia um 0,89 Prozent. Der Einzelhandel blieb erneut Schlusslicht: Paphos führte mit 1,08 Prozent, gefolgt von Limassol mit 0,84 Prozent und Larnaca mit nur 0,30 Prozent. In Famagusta sanken die Werte sogar leicht um 0,12 Prozent.

Ferienimmobilien profitieren vom Tourismus

Auch bei Ferienimmobilien behielt Larnaca die Führung. Landesweit stiegen die Preise für Ferienwohnungen binnen eines Jahres um 5,18 Prozent, Ferienhäuser legten um 3,01 Prozent zu. Im Quartalsvergleich verzeichnete Larnaca bei Ferienwohnungen ein Plus von 3,85 Prozent und bei Ferienhäusern von 3,1 Prozent, deutlich vor Paphos mit 2,52 beziehungsweise 1,11 Prozent. Bei Ferienhäusern lag Famagusta mit 1,39 Prozent knapp vor Paphos.

RICS-Chefökonom Simon Rubinsohn erklärte, die Sorge, geopolitische Entwicklungen könnten dem zyprischen Tourismussektor schaden, habe sich bislang nicht bestätigt. Die Preise für Ferienimmobilien stiegen weiter. Er verwies zudem auf eine leichte Stimmungsverbesserung im Gewerbeimmobiliensegment sowie auf mehr Anfragen ausländischer Investoren nach einem schwächeren ersten Quartal.

Mieten steigen schneller als die Kaufpreise

Parallel zu den Kaufpreisen zogen auch die Mieten an. Am stärksten stiegen die Mieten für Wohnungen mit einem Plus von 7,36 Prozent binnen eines Jahres. Bei Ferienwohnungen betrug der Anstieg 6,43 Prozent, bei Häusern 5,3 Prozent und bei Ferienhäusern 5,19 Prozent. Büromieten legten um 4 Prozent zu, Lagerhallen um 1,96 Prozent und Einzelhandelsflächen um 1,22 Prozent.

Trotz der steigenden Mieten blieben die Renditen gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil. Ferienwohnungen bieten mit 5,82 Prozent die höchste Rendite, knapp vor Einzelhandelsimmobilien mit 5,78 Prozent und Büros mit 5,63 Prozent. Klassische Wohnungen kommen auf eine Rendite von 5,51 Prozent, Lagerhallen auf 4,15 Prozent. Häuser und Ferienhäuser bilden mit 3,01 beziehungsweise 2,85 Prozent das Schlusslicht.

Für Käufer aus Deutschland und Österreich zeigt der Bericht vor allem eines: Wer auf laufende Erträge setzt, findet die attraktivsten Renditen weiterhin bei Ferienwohnungen und im Einzelhandelssegment, während Larnaca als Standort für Wertsteigerung derzeit die Nase vorn hat. Paphos und Limassol bleiben bei Ferienimmobilien und im Gewerbesegment ebenfalls interessant, wenn auch mit geringerem Tempo.

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