Immobilienverkäufe auf Zypern legen im August um 10 Prozent zu: Larnaca an der Spitze
Der zyprische Immobilienmarkt hat im August erneut zugelegt. Nach Angaben des Department of Lands and Surveys wurden im vergangenen Monat 1.241 Kaufverträge bei den Grundbuchämtern der Insel hinterlegt, zehn Prozent mehr als im August 2025, als es 1.128 Verträge waren. Die Zahlen bestätigen einen Trend, der sich seit Monaten abzeichnet. Die Nachfrage nach Wohnraum und Ferienimmobilien bleibt hoch, auch wenn die einzelnen Bezirke im Detail sehr unterschiedlich abschneiden.
Bemerkenswert ist das Wachstum vor allem deshalb, weil der August auf Zypern traditionell als ruhigerer Monat gilt. Viele Makler und Notare machen in der Hochsommerzeit Urlaub, und auch Käufer verschieben Besichtigungstermine gerne in den Herbst. Dass der Markt trotzdem zweistellig zulegte, spricht dafür, dass die Nachfrage derzeit nicht saisonal getrieben ist, sondern strukturell.
Larnaca wächst am stärksten, Limassol bleibt größter Markt
Den größten Sprung im Jahresvergleich machte Larnaca. Dort stiegen die Verkäufe um 35 Prozent auf 299 Verträge, nach 221 im August des Vorjahres. Auch Paphos legte kräftig zu. Mit 267 Abschlüssen ergibt sich ein Plus von 20 Prozent gegenüber 223 im Vorjahresmonat. Nikosia wuchs moderater und kam auf 225 Verkäufe, acht Prozent mehr als die 208 aus dem August 2025.
Nicht überall ging es aufwärts. In Famagusta sanken die Verkäufe um acht Prozent auf 55, nach 60 im Vorjahr. Auch Limassol musste einen Rückgang hinnehmen, die Zahl der Verträge fiel um fünf Prozent von 416 auf 395. Trotz des Minus bleibt der Bezirk mit Abstand der aktivste Immobilienmarkt der Insel und verzeichnete im August mehr Abschlüsse als jeder andere Bezirk Zyperns.
Jahresbilanz zeigt deutliches Plus
Über das gesamte Jahr betrachtet fällt die Entwicklung noch klarer aus. Zwischen Januar und August 2026 wurden landesweit 13.288 Kaufverträge bei den Grundbuchämtern eingereicht, ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber den 11.689 Verträgen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Limassol bleibt dabei die klare Nummer eins. Mit 4.354 Verkäufen seit Jahresbeginn, nach 3.720 im Vorjahreszeitraum, festigt der Bezirk seine Position als wichtigster Immobilienstandort Zyperns. Nikosia kommt auf 2.789 Verträge, gegenüber 2.640 im Vorjahr. Larnaca liegt im Jahresverlauf ebenfalls bei 2.789 Abschlüssen, ein spürbares Plus gegenüber 2.564 im Vorjahreszeitraum. Paphos verzeichnete 2.654 Verkäufe, deutlich mehr als die 2.218 aus dem Vorjahr. Famagusta bildet mit 593 Verträgen weiterhin das Schlusslicht, wuchs aber ebenfalls leicht gegenüber den 547 Abschlüssen des Vorjahres.
Ein Markt mit mehreren Geschwindigkeiten
Die aktuellen Zahlen bestätigen, was viele Makler auf der Insel schon länger beobachten. Limassol bleibt der Motor des Marktes, wächst inzwischen aber langsamer als Bezirke, die von einem niedrigeren Ausgangsniveau aus aufholen. Larnaca und Paphos profitieren von einer Mischung aus günstigeren Einstiegspreisen, wachsender Infrastruktur und einer zunehmend internationalen Käuferschaft, die sich nicht mehr ausschließlich auf Limassol konzentriert.
Für Käufer aus Deutschland und anderen europäischen Ländern lohnt sich deshalb ein Blick über die bekannten Hotspots hinaus. Wer eine Wohnung kaufen möchte in Larnaca oder Paphos, trifft derzeit auf Märkte, die zwar dynamisch wachsen, aber noch nicht die Preisniveaus von Limassol erreicht haben. Der leichte Rückgang in Famagusta und Limassol im August zeigt zugleich, dass der Markt keineswegs überhitzt ist, sondern sich von Monat zu Monat durchaus normal bewegt.
Auch der Blick auf die Vertragsarten liefert Hinweise. Die Statistik des Grundbuchamts unterscheidet nicht im Detail zwischen Erst- und Zweitwohnsitz, doch Branchenkenner berichten, dass ein wachsender Anteil der Käufe in Larnaca und Paphos auf Vermietungsobjekte entfällt. Das passt zu der Beobachtung, dass beide Bezirke bei internationalen Anlegern zunehmend als Alternative zu Limassol gelten, wo Grundstückspreise und Baukosten inzwischen deutlich höher liegen.
Auffällig ist auch, dass sich die Dynamik zwischen den Bezirken im Jahresverlauf verschoben hat. Während Limassol lange Zeit fast im Alleingang für Wachstum sorgte, tragen inzwischen mehrere Regionen gleichzeitig zur positiven Gesamtbilanz bei. Das deutet darauf hin, dass die Erholung des zyprischen Immobilienmarktes breiter aufgestellt ist als noch vor zwei oder drei Jahren, als sich das Geschehen stark auf wenige Küstenstädte konzentrierte.
Insgesamt untermauern die Zahlen des Department of Lands and Surveys, dass 2026 auf dem Weg zu einem weiteren starken Jahr für den zyprischen Immobilienmarkt ist. Sollte sich der Trend der ersten acht Monate fortsetzen, dürfte die Gesamtzahl der Verkäufe zum Jahresende erneut über dem Niveau des Vorjahres liegen. Für Investoren und private Käufer bleibt die Insel damit ein Markt, der trotz einzelner monatlicher Schwankungen seinen Aufwärtstrend beibehält.
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