Zypern: Hotelierverband fordert Airbnb-Begrenzung und Nächtigungsabgabe
Der zyprische Hotelierverband STEK hat seine Forderungen nach einer strikteren Regulierung des Kurzzeitvermietungsmarkts erneuert. Der Verband drängt die Regierung, eine Obergrenze für Airbnb-Objekte einzuführen und eine Nächtigungsabgabe auch auf Plattformvermietungen auszuweiten. Die Debatte, die seit Jahren köchelt, hat in der Hochsaison 2026 wieder an Fahrt aufgenommen.
Hintergrund ist die rasante Ausbreitung von Kurzzeitvermietungen auf der Insel. In Städten wie Limassol, Paphos und Larnaca sowie den Urlaubsorten Ayia Napa und Protaras hat sich die Zahl der auf Plattformen wie Airbnb angebotenen Unterkünfte in den vergangenen Jahren vervielfacht. Hotels sehen darin einen strukturellen Wettbewerbsnachteil: Sie zahlen Tourismusabgaben, unterliegen Brandschutzvorschriften und müssen regelmäßige Inspektionen bestehen. Für private Vermieter gelten viele dieser Pflichten nicht in gleicher Weise.
Registrierung, Deckel, Abgabe
STEK fordert eine Kappung der Kurzzeitvermietungen in Wohngebieten sowie die Einführung einer Nächtigungsgebühr, die analog zur Hotelsteuer erhoben werden soll. Außerdem soll ein verpflichtendes Registrierungssystem für alle Vermieter kommen, das Transparenz über Objektzahl, Belegungsraten und Einnahmen schafft. Der Verband argumentiert, dass dies keine Benachteiligung privater Vermieter sei, sondern die Herstellung eines fairen Wettbewerbs.
Ob die Regierung die Forderungen aufgreift, ist offen. In der Vergangenheit hat die Tourismusbehörde CTO zwar Gespräche über eine stärkere Regulierung geführt, ohne dass konkrete Gesetze verabschiedet wurden. Der politische Druck hat jedoch zugenommen, nicht zuletzt weil sich auch Wohnungsmieter beschweren, dass Airbnb-Objekte den regulären Mietmarkt verknappen und die Preise treiben.
Investoren zwischen Rendite und Regulierung
Wer heute eine Ferienimmobilie auf Zypern kauft und über Kurzzeitvermietungsplattformen vermarktet, sollte die regulatorische Entwicklung im Blick behalten. Noch ist unklar, welche Regeln tatsächlich in Kraft treten werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Markt in den kommenden Jahren regulierter wird, ist aber gestiegen.
Das bedeutet nicht, dass sich Investitionen in Ferienwohnungen auf Zypern nicht mehr lohnen. Zypern gehört zu den wenigen EU-Ländern, in denen Ferienimmobilien in der Hochsaison noch vergleichsweise hohe Renditen erzielen. In Küstenorten wie Paphos, Larnaca oder Protaras lagen die Belegungsraten für gut positionierte Objekte in den Sommersaisonen regelmäßig über 70 Prozent. Eine mögliche Nächtigungsabgabe würde zwar die Betriebskosten erhöhen, ließe sich aber voraussichtlich anteilig auf die Gäste überwälzen.
Schwieriger wird es, wenn tatsächlich Obergrenzen für Kurzzeitvermietungen in bestimmten Stadtvierteln kommen. In diesem Fall könnte der Wert von Objekten in besonders begehrten Lagen steigen, da das Angebot begrenzt würde. Bestehende Betreiber mit regulärer Registrierung wären in einer besseren Position als Neueinsteiger.
Jetzt Weichen stellen
Für Käufer, die Immobilien auf Zypern zur Kurzzeitvermietung nutzen wollen, gilt: Es ist sinnvoll, das Objekt jetzt registrieren zu lassen und die steuerliche Behandlung der Mieteinnahmen mit einem lokalen Steuerberater zu klären. Zypern bietet mit dem Non-Dom-Status weiterhin erhebliche steuerliche Vorteile für neue Einwohner. Die Kombination aus niedrigen Steuern, gutem Wetter und wachsender internationaler Nachfrage macht die Insel trotz regulatorischer Unsicherheiten weiterhin zu einem attraktiven Markt für Renditeimmobilien.
Die politische Diskussion um Airbnb-Grenzen zeigt allerdings auch: Der zyprische Immobilienmarkt reift. Wer langfristig investiert und sich auf schrittweise Regulierung einstellt, ist besser positioniert als jemand, der kurzfristig auf unregulierte Renditen setzt und die Rechtsentwicklung ausblendet.
Quelle: Cyprus Property News via NewsInCyprus
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