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Zypern erwägt strengere Regeln für Airbnb-Vermietungen in Problemgebieten

Ein neuer EU-Vorschlag könnte Zypern erlauben, Airbnb-Vermietungen gezielt in Gebieten mit hohem Wohnungsdruck einzuschränken, sofern lokale Daten das belegen.
Moderne Wohnanlage auf Zypern, Symbolbild für Kurzzeitvermietung und Wohnungsmarkt
Foto: Cyprus Property News

Die EU-Kommission bereitet einen Affordable Housing Act vor, der noch in diesem Jahr vorgestellt werden soll. Für Zypern könnte das weitreichende Folgen haben: Die Insel könnte künftig eine rechtliche Grundlage erhalten, um Airbnb-artige Kurzzeitvermietungen in Gebieten mit nachweislichem Wohnungsdruck gezielt einzuschränken. Eine EU-weite Obergrenze oder ein pauschales Verbot plant Brüssel jedoch nicht. Stattdessen sollen öffentliche Daten helfen, lokale "Stressgebiete" auf dem Wohnungsmarkt zu identifizieren, bevor überhaupt über Eingriffe gesprochen wird.

Nationale und kommunale Behörden könnten auf dieser Basis eigene, angemessene Maßnahmen ergreifen. Wichtig dabei: Einschränkungen bei Kurzzeitvermietungen sollen nicht isoliert stehen, sondern Teil eines größeren Pakets sein, das auch den Neubau von Wohnraum, die Reaktivierung leerstehender Immobilien, den Ausbau von Sozialwohnungen und schnellere Genehmigungsverfahren umfasst. Für Zypern, wo der Wohnungsmangel seit Jahren ein politisches Dauerthema ist, wäre das ein neues Werkzeug, allerdings kein schnelles.

Zypern verzeichnet starkes Wachstum bei Plattformübernachtungen

Für Zypern ist das Thema alles andere als theoretisch. Plattformbasierte Übernachtungen wachsen hier besonders schnell. Laut Eurostat wurden 2025 rund 7,64 Millionen Gästenächte über Airbnb, Booking und Expedia gebucht, ein Plus von 24,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2026 setzte sich der Trend fort: Zypern zählte gut eine Million Plattform-Gästenächte zwischen Januar und März, ein Anstieg von 22,3 Prozent im Jahresvergleich und damit das viertstärkste Wachstum in der gesamten EU.

Diese Zahlen zeigen allerdings nur die Nachfrageseite. Eine vierköpfige Familie, die drei Nächte bleibt, erzeugt bereits zwölf Gästenächte. Wie viele Immobilien tatsächlich dauerhaft aus dem Langzeitmietmarkt abgezogen wurden, lässt sich daraus nicht ablesen. Genau diese Lücke macht es Behörden derzeit schwer, mit belastbaren Argumenten gegen einzelne Vermietungsformen vorzugehen.

Prüfbericht deckt Lücken im Register auf

Belastbarere Daten liefert ein Bericht des zyprischen Rechnungshofs vom Juli. Demnach waren am 6. Mai insgesamt 8.464 lizenzierte Selbstversorgereinheiten registriert, umgerechnet etwa 1,7 Prozent der 492.931 Wohnungen, die der Zensus 2021 für Zypern auswies. Der Vergleich dient allerdings nur als grobe Orientierung, denn nicht jede Wohnung eignet sich überhaupt für eine touristische Vermietung.

Der Rechnungshof fand außerdem deutliche Lücken im Registrierungssystem. Von 20 überprüften Online-Inseraten hatten nur sechs eine gültige, passende Lizenz. Zehn Inserate hatten gar keine Registrierungsnummer, vier nutzten eine ungültige oder fremde Nummer. Eine separate Stichprobe in Famagusta ergab, dass 23 Airbnb- und Booking-Angebote in keinem der beiden Tourismusregister erfasst waren. Die Stichproben sind zu klein, um daraus eine verlässliche Quote für illegale Vermietungen abzuleiten. Sie deuten aber klar auf Schwächen bei Identifikation, Datenaustausch und Durchsetzung hin, die Behörden erst noch schließen müssen.

Neue EU-Regeln sollen bessere Datenbasis schaffen

Seit dem 20. Mai gilt die EU-Verordnung 2024/1028, die den Mitgliedstaaten ein gemeinsames System zur Erfassung von Plattformdaten an die Hand gibt. Plattformen könnten künftig verpflichtet werden, Registrierungsnummern anzuzeigen, Stichproben zuzulassen und monatlich Daten zu Aufenthalten, Nächten und Einheiten zu übermitteln. Behörden erhalten zudem die Möglichkeit, die Entfernung nicht konformer Inserate zu verlangen. Für Zypern, das bislang vor allem mit lückenhaften Registern zu kämpfen hatte, wäre das ein spürbarer Fortschritt.

Die neuen Regeln schaffen selbst keine Mietobergrenzen. Sie liefern den Regierungen aber die Evidenz, um zu entscheiden, ob weitergehende Schritte gerechtfertigt sind. Das ist relevant, denn Zypern hat zwar steigende Immobilienpreise, aber bislang keine offizielle Feststellung, dass Kurzzeitvermietungen dafür die Hauptursache sind. Die Wohnimmobilienpreise stiegen im ersten Quartal 2026 um 7,5 Prozent, angeführt von einem Plus von 10,8 Prozent bei Wohnungen. Die zyprische Zentralbank machte dafür vor allem ausländische und inländische Nachfrage sowie steigende Baukosten verantwortlich, nicht in erster Linie den Ferienvermietungsmarkt.

Lokale Daten werden zum entscheidenden Faktor

Der wahrscheinliche Prüfmaßstab bleibt lokal und datengestützt. Bevor Zypern gezielte Regeln für Kurzzeitvermietungen einführen kann, braucht es belastbare Zahlen auf Stadtteilebene, zu Inseraten, professionellen Gastgebern, Mieten, Preisen und verfügbarem Wohnraum. Erst wenn diese Datenbasis steht, lässt sich eine stichhaltige Begründung für eingeschränkte Kurzzeitvermietungen in bestimmten Zonen liefern. Bis dahin dürfte auf Zypern weiterhin ein Flickenteppich aus lokal unterschiedlich strengen Regeln entstehen, ähnlich wie es in Städten wie Barcelona oder Amsterdam bereits zu beobachten ist.

Für Käufer und Investoren, die auf Zypern eine Ferienimmobilie zur Vermietung erwerben wollen, lohnt sich schon jetzt ein genauer Blick auf die Region. Gebiete mit besonders hohem Vermietungsdruck, etwa touristische Hotspots in Küstennähe, könnten mittelfristig strengeren Auflagen unterliegen. Andere Landesteile mit stabiler Wohnbevölkerung und moderatem Tourismusaufkommen dürften dagegen weiterhin von der wachsenden touristischen Nachfrage profitieren, ohne dass regulatorische Eingriffe unmittelbar drohen. Wer jetzt kauft, sollte die Lizenzierung seiner geplanten Ferienimmobilie ohnehin sauber und vollständig führen. Genau an diesem Punkt setzte der Rechnungshof seine schärfste Kritik an.

Quelle: Cyprus Property News

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