Zyperns 50 größte Immobilientransaktionen: Top-Deals übersteigen 286 Millionen Euro in H1 2026
Die 50 größten Immobilientransaktionen in Zypern haben in der ersten Jahreshälfte 2026 ein Gesamtvolumen von 286,4 Millionen Euro erreicht. Das zeigt eine Analyse des Immobilientechnologieunternehmens Ask Wire, das Transaktionsdaten, Angebotspreise und Bautätigkeit auf der Insel systematisch auswertet. Die Erhebung umfasst sämtliche Transaktionen zwischen Januar und Juni 2026 und gibt damit einen klaren Überblick darüber, wo auf der Insel die größten Kapitalmengen fließen.
55 Millionen Euro für ein Grundstück in Limassol
Die größte Einzeltransaktion des Halbjahres war ein Gebäude mit angrenzenden Feldern im Dorf Moni, Bezirk Limassol, für 55 Millionen Euro. Allein die zehn teuersten Deals machten 161,7 Millionen Euro aus, also mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens aller 50 Transaktionen. Das zeigt, wie stark die Kaufkraft im obersten Marktsegment konzentriert ist.
Was die Art der Objekte angeht, dominieren Grundstücke und Felder das Hochpreissegment klar. Sieben der zehn wertvollsten Einzeltransaktionen betrafen unbebaute Flächen, keine fertigen Gebäude. Pavlos Loizou, Geschäftsführer von Ask Wire, sieht darin ein Signal für die Erwartungen der Käufer. "Es handelt sich um erstklassige Entwicklungsgrundstücke, die in der kommenden Zeit wahrscheinlich für den Bau von Luxuswohnprojekten und möglicherweise für den Hospitality-Sektor genutzt werden", sagte Loizou. Für Investoren, die Immobilien auf Zypern kaufen wollen, ist das ein Hinweis: Der Markt der großen Grundstücke dreht sich vor allem um künftige Projekte, nicht um sofort nutzbare Immobilien.
Limassol steht für mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens
Unter den zehn teuersten Deals landesweit entfallen sechs auf Limassol, mit einem kombinierten Wert von 117,2 Millionen Euro. Paphos folgt mit drei Transaktionen und zusammen 35,5 Millionen Euro. Larnaca ist mit einem Verkauf zu 9 Millionen Euro vertreten.
Betrachtet man die Verteilung nach Bezirken, wird das Bild noch deutlicher. Die zehn größten Transaktionen im Bezirk Limassol summierten sich auf 148,2 Millionen Euro, was 51,7 Prozent des gesamten Top-50-Volumens entspricht. Limassol hat seine Position als führender Hochpreismarkt auf der Insel damit erneut bestätigt.
Paphos belegt den zweiten Rang. Die zehn größten Deals im Bezirk erreichten 68,8 Millionen Euro, ein Anteil von 24 Prozent am Gesamtvolumen. Nikosia folgt mit 26,7 Millionen Euro, Famagusta mit 21,4 Millionen Euro, Larnaca mit 21,2 Millionen Euro. Zwischen den unteren drei Bezirken sind die Unterschiede gering. Der Abstand zu Limassol dagegen ist erheblich.
Büronachfrage steigt durch internationale Unternehmen
Neben Grundstücken beobachtet Ask Wire eine wachsende Nachfrage nach Büroimmobilien. Loizou führt das auf die anhaltende Expansion internationaler Unternehmen auf Zypern zurück. "Wir verzeichnen weiterhin eine steigende Nachfrage nach Büroimmobilien, was die Expansion des neuen Ökosystems internationaler Unternehmen widerspiegelt, das sich in den letzten Jahren auf Zypern etabliert hat", so der Geschäftsführer.
Zypern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gefragten Unternehmensstandort entwickelt, besonders für Firmen aus dem Tech- und Finanzbereich. Niedrige Körperschaftsteuer, englischsprachiges Rechtssystem und EU-Mitgliedschaft haben eine Ansiedlungswelle ausgelöst, die den Immobilienmarkt spürbar belebt. Wer Immobilien auf Zypern kaufen möchte, trifft zunehmend auf eine international aufgestellte Käuferkonkurrenz, die die Preise im Premiumsegment stützt.
Geopolitische Unsicherheit bremste das zweite Quartal
Ein auffälliges Muster in den Daten: Acht der zehn wertvollsten Transaktionen des gesamten Halbjahres wurden bereits im ersten Quartal 2026 abgeschlossen. Loizou sieht darin einen Zusammenhang mit dem geopolitischen Umfeld. "Dieser Trend lässt sich nicht losgelöst von der Unsicherheit betrachten, die durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten entstanden ist, und der das Investitionsverhalten im zweiten Quartal beeinflusst zu haben scheint."
Das deutet darauf hin, dass internationale Investoren im zweiten Quartal vorsichtiger agierten. Ob das ein vorübergehendes Phänomen bleibt oder auf eine dauerhaft gedämpfte Nachfrage hindeutet, werden die Transaktionsdaten des zweiten Halbjahres zeigen.
Der Gesamtmarkt bleibt unterdessen robust. Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 10.007 Transaktionen auf Zypern abgeschlossen, mit einem Gesamtvolumen von 2,23 Milliarden Euro. Die Top-50 machen rund 13 Prozent dieses Wertes aus, bei einem Bruchteil der Transaktionszahl. Das Hochpreissegment prägt die Gesamtstatistik überproportional stark. Für Käufer, die sich für Luxusimmobilien auf Zypern interessieren, bleibt Limassol das mit Abstand aktivste Marktzentrum. Paphos bietet als Alternative solide Perspektiven mit Entwicklungspotenzial, gerade für Investoren mit längerem Zeithorizont.
Quelle: Cyprus Mail
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