Wohnungspreise in Zypern steigen um 10,8 Prozent — Auslandskäufer treiben den Markt
Wohnungspreise in Zypern sind im ersten Quartal 2026 um 10,8 Prozent gestiegen — das geht aus aktuellen Daten der Zentralbank Zypern (CBC) hervor. Damit legt der Markt deutlich stärker zu als noch vor einem Jahr, angetrieben vor allem von ausländischen Käufern, die weiter massiv in den zypriotischen Immobilienmarkt investieren.
Auslandskäufer als wichtigster Wachstumstreiber
Der allgemeine Hauspreisindex, der sowohl Häuser als auch Wohnungen umfasst, stieg im Jahresvergleich um 7,5 Prozent. Während Häuser mit plus 3 Prozent moderater zulegten, verzeichneten Wohnungen mit 10,8 Prozent ein deutlich stärkeres Wachstum. Seit dem Referenzjahr 2010 sind die Wohnungspreise in Zypern im Schnitt um 27 Prozent gestiegen — in Limassol sogar um 53 Prozent.
Besonders auffällig ist die Nachfrage aus dem Ausland. Laut Grundbuchamt stiegen die Verkäufe an ausländische Käufer im ersten Quartal um 22,3 Prozent, während inländische Käufer einen Zuwachs von 8,1 Prozent verzeichneten. Insgesamt wurden 4.709 Transaktionen registriert — ein Plus von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Limassol bleibt Hotspot, Larnaca holt auf
Regional führt Limassol mit 1.499 Transaktionen das Ranking an, gefolgt von Nikosia, Larnaca und Paphos. Larnaca stach besonders hervor: Der dortige Preisindex stieg im Jahresvergleich um 8,9 Prozent — ein Zeichen dafür, dass sich die Nachfrage zunehmend auch auf günstigere Regionen der Insel verteilt. In Nikosia beschleunigte sich das Wachstum auf 2,8 Prozent. Limassol und Paphos verzeichneten dagegen eine leichte Verlangsamung, Famagusta blieb gegenüber dem Vorquartal stabil.
Hypotheken so günstig wie lange nicht
Parallel zur steigenden Nachfrage zieht auch die Finanzierungsbereitschaft an. Neue Wohnungskredite stiegen im ersten Quartal um 24,5 Prozent auf 353,6 Millionen Euro. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Zinssatz von 3,53 Prozent im März 2025 auf 3,15 Prozent im März 2026 — ein direkter Effekt der Zinssenkungspolitik der EZB. Für Kaufinteressenten bedeutet das: Finanzieren ist derzeit so günstig wie seit Jahren nicht mehr.
Mehr Angebot in Sicht — aber Engpässe bleiben
Auf der Angebotsseite gibt es positive Signale: Die Baugenehmigungen für Wohneinheiten sprangen in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 um 79,2 Prozent in die Höhe. Das deutet darauf hin, dass in den kommenden Jahren mehr neues Angebot auf den Markt kommen dürfte. Dennoch warnt die Zentralbank: Anhaltende Engpässe bei Arbeitskräften und hohe Baukosten sorgen weiterhin für Preisdruck.
Was das für Käufer bedeutet
Wer überlegt, auf Zypern eine Immobilie zu kaufen, steht vor einem paradoxen Markt: Die Preise steigen zwar, aber die Finanzierungskonditionen sind attraktiv und das Angebot wächst. Besonders in Larnaca und Nikosia gibt es noch Preispotenzial im Vergleich zu Limassol. Ausländische Investoren scheinen genau das zu erkennen — und handeln entsprechend. Wer jetzt kauft, sollte sich die aktuellen Zinsen sichern und einen Blick auf aufstrebende Lagen werfen, bevor der nächste Preisschub kommt.
Quelle: Cyprus Mail / Zentralbank Zypern (CBC), Q1 2026