Larnaca führt: 1.521 Wohnungsverkäufe in H1 2026 und stärkstes Preiswachstum auf Zypern
Larnaca hat sich im ersten Halbjahr 2026 an die Spitze des zyprischen Wohnungsmarktes gesetzt. Zwischen Januar und Juni wurden dort 1.521 Wohnungsverkäufe registriert — mehr als in jedem anderen Bezirk der Insel. Gleichzeitig verzeichnete die Stadt mit 8,9 Prozent den stärksten jährlichen Preisanstieg im nationalen Vergleich. Das geht aus aktuellen Transaktionsdaten des Immobiliendatendienstleisters Ask Wire hervor, die Vorstandschef Pavlos Loizou für eine Markteinschätzung ausgewertet hat.
Das Bild ist differenziert. Limassol bleibt der teuerste Wohnungsmarkt Zyperns: Beachfrontprojekte und Luxuswohntürme halten die Quadratmeterpreise auf hohem Niveau. Paphos folgt auf Platz zwei, noch vor Nikosia. Doch während das Preiswachstum in Limassol und Paphos an Tempo verliert, zieht es in Larnaca weiter an.
Warum Larnaca gerade so stark läuft
Loizou nennt mehrere Faktoren. Die Stadt profitiert von günstigeren Einstiegspreisen im Vergleich zu Limassol, einem gut ausgebauten Flughafen und einer wachsenden Beliebtheit bei internationalen Käufern. Ein typisches Zweizimmerapartment zwischen 75 und 90 Quadratmetern liegt in Larnaca preislich nahe am Bezirksdurchschnitt. Es gibt noch Luft nach oben, aber kein überhitztes Preisniveau wie in Limassol.
Für Nikosia gilt, dass der Markt sich vorwiegend auf inländische Käufer stützt, die Preise aber auch dort gegenüber 2025 weiter gestiegen sind. Famagusta bildet das Schlusslicht im Preisgefüge, bleibt für Investoren mit niedrigem Einstiegsbudget aber weiterhin einen Blick wert.
Gesamtmarkt mit starken Zahlen
Der Rückenwind kommt nicht nur aus Larnaca. Daten der Zentralbank Zyperns zeigen, dass Wohnungspreise im ersten Quartal 2026 um 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen sind. Hauspreise legten um 3 Prozent zu. Die Zahl der abgeschlossenen Kaufverträge stieg im selben Zeitraum um 13,8 Prozent.
2025 hatte der zyprische Immobilienmarkt ein 17-Jahres-Hoch erreicht — Transaktionen im Gesamtwert von 4,7 Milliarden Euro. Dieses Momentum trägt sich ins laufende Jahr fort. Laut Loizou gibt es bislang keine Anzeichen für eine Abschwächung, und Ask Wires eigene Transaktionsdaten bestätigen in allen Bezirken starke Volumina.
Ausländische Käufer dominieren, Hypotheken werden günstiger
In Paphos kommen bis zu 75 Prozent der Kaufabschlüsse von ausländischen Interessenten. Der Westbezirk bleibt damit ein internationaler Marktplatz, der von Käufern aus dem Vereinigten Königreich, Russland und anderen Märkten geprägt wird.
Auch die einheimische Seite stärkt sich. Wohnungskredite stiegen im Jahresvergleich um 24,5 Prozent, während die Hypothekenzinsen sanken. Für zyprische Käufer verbessern sich damit die Finanzierungsbedingungen spürbar. Gefragt sind laut Ask Wire vor allem moderne Ein- und Zweizimmerwohnungen in Meeresnähe mit hoher Energieeffizienzklasse. Projekte mit diesem Profil stoßen in allen Bezirken auf die stärkste Resonanz.
Baukosten bleiben ein Faktor
Parallel zu den Transaktionszahlen steigen die Baukosten weiter. Internationale Stahlpreise, Kupfer, steigende Energiekosten sowie anhaltende Bautätigkeit üben Druck auf Bauträger aus. Lieferkettenprobleme verschärfen die Lage zusätzlich. Für Käufer, die auf Neubauprojekte setzen, lohnt sich eine genaue Prüfung der Fertigstellungsgarantien und etwaiger Preisanpassungsklauseln im Kaufvertrag.
Diese Kostenentwicklung schlägt sich in den Angebotspreisen nieder und erklärt einen Teil des anhaltenden Aufwärtstrends bei Wohnungspreisen, besonders im Neubausegment.
Prognose: 3 bis 5 Prozent Wachstum, Larnaca vorn
Für den Rest des Jahres 2026 rechnet Loizou mit einem Preisanstieg von 3 bis 5 Prozent im gesamtzyprischen Durchschnitt. Larnaca dürfte diesen Wert übertreffen. Die Kombination aus höchstem Transaktionsvolumen, starkem Preiswachstum und noch nicht vollständig ausgeschöpftem Aufwertungspotenzial macht den Bezirk zum interessantesten Standort für Käufer mit Blick auf Wertzuwachs.
Wer in Limassol oder Paphos bereits präsent ist, beobachtet dort eine Verlangsamung. Wer noch sucht, sollte Larnaca jetzt ernsthaft in die Entscheidung einbeziehen. Die Zahlen aus dem ersten Halbjahr sprechen eine deutliche Sprache.
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