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Baukosten auf Zypern auf Rekordhoch: Was Käufer 2026 einkalkulieren müssen

Die Baupreise fuer neue Wohngebaeude auf Zypern haben 2025 laut Eurostat den hoechsten Stand seit Messbeginn erreicht, ein Plus von rund 18 Prozent seit 2021.
Baustelle mit Baukran bei einem Wohnbauprojekt im Abendlicht
Foto: thienzieyung (Flickr) | CC BY 2.0

Wer auf Zypern in den kommenden Monaten eine Neubauwohnung bestellt oder ein Grundstück mit Bauauftrag kauft, sollte mit spürbar höheren Kosten rechnen als noch vor wenigen Jahren. Neue Zahlen von Eurostat zeigen: Die Baupreise für neue Wohngebäude auf der Insel haben 2025 den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung erreicht.

Grundlage ist die 2026er Ausgabe der Eurostat-Publikation "Key Figures on European Business", die jährlich Wirtschaftsdaten aus der gesamten EU bündelt, von Unternehmensaktivität über Investitionen bis hin zum Tourismus. Im Zentrum der aktuellen Auswertung steht der Erzeugerpreisindex für den Bau neuer Wohngebäude ohne Gemeinschaftsunterkünfte. Der Index misst, was Bauunternehmen ihren Kunden tatsächlich in Rechnung stellen, und gilt deshalb als vergleichsweise verlässlicher Indikator für die realen Baukosten am Markt.

18 Prozent Anstieg seit 2021

Für Zypern kletterte der Index 2025 auf 118,0 Punkte, ausgehend von einer Basis von 100 Punkten im Jahr 2021. Damit sind die Kosten für den Bau neuer Wohngebäude innerhalb von vier Jahren um rund 18 Prozent gestiegen.

Vor der Pandemie bewegte sich auf der Insel über Jahre kaum etwas. 2015 lag der Index bei 90,2 Punkten, 2016 sogar leicht darunter bei 89,5, 2017 fast unverändert bei 89,6. Erst 2018 und 2019 zog er moderat an, auf 90,7 beziehungsweise 92,7 Punkte, ehe er 2020 bei 92,9 Punkten praktisch stagnierte.

Der Bruch kam 2021. Innerhalb eines Jahres sprang der Index auf die neue Basis von 100 Punkten, und 2022 folgte mit 111,7 Punkten ein Plus von 11,7 Prozent, der stärkste Jahresanstieg im gesamten Beobachtungszeitraum. Seither hat sich das Tempo verlangsamt, die Richtung blieb aber dieselbe: 2023 stieg der Index auf 114,8 Punkte, ein Plus von 2,8 Prozent. 2024 ging es auf 115,7 Punkte weiter (plus 0,8 Prozent), 2025 schließlich auf 118,0 Punkte (plus 2,0 Prozent).

Zypern im EU-Vergleich eher moderat

Auf EU-Ebene sind die Baupreise für neue Wohngebäude zwischen 2015 und 2025 um 48,2 Prozent gestiegen, deutlich stärker als auf Zypern. Der Großteil dieses Anstiegs entfiel auf die Jahre nach der Pandemie, als Lieferketten stockten und Materialpreise sprunghaft zulegten. Die jährliche Teuerung in der EU lag 2021 bei 5,8 Prozent, schoss 2022 auf 12,2 Prozent hoch und blieb 2023 mit 6,9 Prozent noch deutlich erhöht. Erst 2024 und 2025 beruhigte sich die Lage spürbar, mit Zuwächsen von 2,3 beziehungsweise 1,3 Prozent.

Im Ländervergleich zeigt sich eine große Spannbreite. Am stärksten zogen die Baupreise in Bulgarien an, dort verteuerte sich der Wohnungsbau zwischen 2015 und 2025 um 166,1 Prozent. Ungarn folgt mit einem Plus von 155,4 Prozent, Rumänien mit 130,7 Prozent. Am moderatesten entwickelten sich die Kosten in Italien mit 17,0 Prozent und in Griechenland mit 17,3 Prozent, gefolgt von Finnland mit 22,1 Prozent. Zypern liegt mit einem Anstieg von rund 31 Prozent seit 2015 irgendwo im Mittelfeld dieser Verteilung, spürbar unter dem EU-Durchschnitt, aber deutlich über den Werten der südeuropäischen Nachbarn Italien und Griechenland.

Folgen für Bauherren und Käufer

Für Käufer auf Zypern sind das keine abstrakten Statistikwerte. Wer aktuell eine Neubauwohnung bestellt oder ein Grundstück bebauen lässt, zahlt spürbar mehr für Material und Arbeitskraft als noch 2021, und Bauunternehmen geben diese Mehrkosten in aller Regel an ihre Kunden weiter. Gerade bei Off-Plan-Käufen, bei denen der endgültige Preis oft erst mit der Fertigstellung feststeht, lohnt sich ein genauer Blick auf die Vertragsklauseln zu Preisanpassungen und Kostenindexierung.

Bauunternehmer und Projektentwickler auf der Insel klagen seit Jahren über steigende Lohnkosten, teurere Baumaterialien und eine allgemeine Inflation, die sich in praktisch jeder Phase eines Bauprojekts bemerkbar macht. Dass sich das Tempo der Preissteigerungen zuletzt auf rund zwei Prozent pro Jahr abgeschwächt hat, entlastet zwar gegenüber dem Sprung von 2022, ändert aber wenig am grundsätzlich hohen Kostenniveau.

Politisch wird die Entwicklung genau beobachtet, weil steigende Baukosten unmittelbar mit der Frage der Wohnraumversorgung zusammenhängen. Je teurer der Neubau, desto stärker gerät auch der Bestandsmarkt unter Druck, ein Zusammenhang, der auf einem Markt wie Zypern mit traditionell hoher Auslandsnachfrage besonders sichtbar wird.

Der Gesamtmarkt bleibt robust

Die Zahlen fügen sich in ein Bild, das sich seit einiger Zeit abzeichnet. Der Immobilienmarkt Zypern zeigt sich 2026 weiterhin lebhaft, mit anhaltend hoher Nachfrage etwa in Limassol, wo Neubauprojekte trotz gestiegener Kosten weiterhin zügig vermarktet werden. Wer eine Immobilie auf Zypern kaufen möchte, sollte die Baukostenentwicklung deshalb fest in die eigene Kalkulation einplanen und nicht als Randnotiz behandeln.

Auch für die Rendite-Betrachtung bei vermieteten Objekten spielt das eine Rolle, denn höhere Baukosten wirken sich mittelfristig auf die Mietpreise aus, weil neue Projekte teurer in den Markt kommen. Wer auf Zypern in einen Neubau investiert, tut gut daran, früh zu planen und auf klare Festpreisvereinbarungen im Kaufvertrag zu achten. Angesichts der aktuellen Datenlage lassen sich weitere Kostensprünge jedenfalls nicht ausschließen.

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