2 Min. Lesezeit

Zypern zieht Kapital an: Warum russische, türkische und israelische Investoren den Immobilienmarkt verändern

2025 erreichte der zyprische Immobilienmarkt mit 6,5 Milliarden Euro einen Rekord. Warum russische, türkische und israelische Investoren den Markt prägen.
Skyline von Limassol, Zypern, mit Wohn- und Bürogebäuden an der Küste
Foto: Leonid Mamchenkov | CC BY 2.0

Der zyprische Immobilienmarkt hat 2025 einen Rekord aufgestellt, der noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar schien. Insgesamt wurden Immobilien im Wert von 6,5 Milliarden Euro verkauft, ein Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, verteilt auf rund 25.600 einzelne Transaktionen. Für eine Insel mit weniger als einer Million Einwohnern sind das beachtliche Zahlen, und sie zeigen, wie widerstandsfähig der Markt trotz globaler Unsicherheiten geblieben ist.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist ausländisches Kapital. Käufer von außerhalb Zyperns waren 2025 an etwa 28 Prozent aller Transaktionen beteiligt, das Volumen ausländischer Käufe stieg um 16 Prozent im Jahresvergleich. Besonders gefragt sind die Küstenregionen Limassol, Paphos und Larnaca, wo sich Lebensqualität und Mietrenditen aus Investorensicht gut ergänzen.

Russisches Kapital bleibt präsent, verändert aber sein Gesicht

Russische Investoren prägen den zyprischen Markt seit Jahren, vor allem im Luxussegment. Geopolitische Verschiebungen haben die Form dieses Engagements verändert, doch russischsprachige Käufer und Unternehmen sind weiterhin aktiv, insbesondere in Limassol. Hochwertige Projekte oberhalb von 1,5 Millionen Euro ziehen internationales Vermögen an, das nach einer stabilen Basis innerhalb der EU sucht.

Parallel dazu richten türkische Investoren ihren Blick zunehmend nach außen. Hohe Inflation und ein schwankender Lira-Kurs treiben Kapital aus dem Land, und Zypern bietet einen nahen, kulturell vertrauten Markt mit im Vergleich zu Westeuropa niedrigeren Einstiegspreisen. Das schlägt sich nicht nur in der Nachfrage nach Wohnungen nieder, sondern auch bei Grundstücken und Neubauprojekten.

Israelische Käufer wiederum kommen aus einer Mischung von geografischer Nähe und regionaler Unsicherheit. Zypern gilt als sicherer, gut erreichbarer Zweitwohnsitz mit vertrautem Klima und guten Flugverbindungen. Besonders aktiv sind israelische Investoren bei Küstenprojekten und Immobilien, die für die kurzfristige Vermietung gedacht sind.

Entwicklerfinanzierung wird schneller, Projekte werden hochwertiger

Die wachsende internationale Nachfrage verändert auch, wie Projekte finanziert werden. Zwischenfinanzierungen, im Markt oft als Bridging Finance bezeichnet, gewinnen an Bedeutung. Entwickler nutzen sie, um schnell an Kapital für Grundstückskäufe und die frühe Bauphase zu kommen, bevor langfristige Finanzierungen oder Off-Plan-Verkäufe greifen. In einem Markt, der sich rasant bewegt, entscheidet Geschwindigkeit oft darüber, ob ein attraktives Grundstück gesichert wird oder an die Konkurrenz geht.

Auf der Angebotsseite zeigt sich ein klarer Trend zu höherer Qualität. Der Wert erteilter Baugenehmigungen stieg 2025 um 28 Prozent, während das Volumen an Genehmigungen deutlich moderater zulegte. Entwickler setzen also verstärkt auf anspruchsvolle, lifestyle-orientierte Projekte statt auf reine Masse.

Auch die Mietnachfrage bleibt ein wichtiger Teil der Geschichte. Langfristige Vermietungen bringen auf Zypern typischerweise Renditen zwischen 4 und 7 Prozent, in touristischen Hotspots können kurzfristige Vermietungen bis zu 10 Prozent erreichen. Entsprechend wächst der Bedarf an professionellem Property Management, an Hausverwaltungen und an Airbnb-Managern, vor allem in Regionen mit hohem touristischem Aufkommen. Investoren kaufen längst nicht mehr nur Vermögenswerte, sie bauen sich Einkommensströme auf.

Wohnungen haben sich dabei als bevorzugte Anlageklasse etabliert. Rund 60 Prozent des Wertzuwachses bei Transaktionen 2025 entfiel auf Apartments. Sie sind leichter zu verwalten, für internationale Käufer erschwinglicher und passen gut in das Modell der kurzfristigen Vermietung, sei es in Limassol, Larnaca oder Paphos.

Zypern liegt damit an einem Schnittpunkt aus Lebensqualität und Investitionslogik. Starke ausländische Nachfrage, begrenztes Angebot an Küstenlagen und eine sich verbessernde Infrastruktur sprechen für weiteres Wachstum. Risiken bleiben, etwa durch geopolitische Spannungen oder steigende Baukosten, doch die Fundamentaldaten deuten darauf hin, dass die Insel noch Raum für eine anhaltende Welle internationaler Investitionen hat.

Aktuelle Deals auf Zypern: Alle Deals anzeigen